Kannste auch!
   
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A K T U E L L E
A U S S T E L L U N G S T E R M I N E:



BERLIN - 13. August 2012 ab 12:00 Uhr
Gabriele-von-Bülow-Oberschule
Tile-Brügge-Weg 63 / 13509 Berlin

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A R C H I V:

MÜNCHEN - 01.12.2009 bis 30.06.2010
Europäische Schule München, Elise-Aulinger-Straße 21, 81739 München
Eröffnung: 01.12.2009, 12.45 Uhr
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GIESSEN - 26. Oktober bis 30. November 2009
Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) - Osteuropäische Geschichte der Justus-Liebig-Universität Gießen, Universitätsbibliothek der Justus-Liebig-Universität Gießen, Philosophikum I, Otto-Behaghel-Str. 8, Universitätsbibliothek im Philosophikum I, 35394 Gießen
Eröffnung: 28. Oktober 2009, 16.00 Uhr

MÜNCHEN - 1. Oktober bis 20. November 2009
Münchner Volkshochschule, Lindwurmstraße 127 Rgb., 3. OG, 80337 München
Öffnungszeiten: Mo-Fr von 9.00-20.00 Uhr (vom 31.10.-8.11.09 geschlossen)
(Hier handelt es sich um ein Duplikat der Ausstellung,das eigens für die VHS München angefertigt wurde.)
Eröffnung: 8. Oktober 2009, 19.00 Uhr

DANZIG - 15. Oktober bis 18. Oktober 2009
MitOst-Festival, Biuro Gdansk ESK 2016, ul. Dlugi Targ 39, Danzig
Eröffnung: Donnerstag, 15.10.09, 19:00 Uhr im Rahmen des MitOst-Projektehauses, Festivalzentrale - Gesprächsrunde zum Projekt: Freitag, 16.10.09, 14:00 Uhr, Festivalzentrale, Kino Helikon
FOTOS, ZDJECIA

BERLIN - 12. August 2009
Ausstellung zur Veranstaltung "Freiheit, die wir meinen / 1989-2009" - 14.00 - 20.00 Uhr
Freiheitsfest von Bündnis 90/Die Grünen, Collegium Hungaricum, Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin FOTOS, ZDJECIA

BERLIN — 12. Juni bis 17. Juli 2009
Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, Lindenstraße 20-25, 10969 Berlin
Vernissage (intern für geladene Gäste): 12. Juni 2009 um 16 Uhr FOTOS, ZDJECIA

BERLIN — 29. bis 31. Mai 2009 Geschichtsforum09 über MitOst e.V.
Collegium Hungaricum, Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin FOTOS, ZDJECIA

BERLIN— 14. April bis 08. Mai 2009 Berliner Rathaus, Rathausstraße 15, 10178 Berlin
Vernissage: 14. April 2009 um 18:00 Uhr FOTOS, ZDJECIA

DRESDEN — 27. März bis 09. April 2009
Galerie Adam Ziege , Louisenstraße 87, 01099 Dresden
Vernissage: 27. März 2009 um 20:00 Uhr FOTOS, ZDJECIA

BERLIN - 13. September 2008 bis 26. März 2009
Gabriele-von-Bülow-Oberschule

BERLIN — 06. September 2008 bis 12. September 2008
Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Majakowskiring 47, 13156 Berlin

BERLIN — 30. November 2007 bis 31. Juli 2008
Gedenkstätte Hohenschönhausen, Genslerstraße 66, 13055 Berlin FOTOS, ZDJECIA Berlin


WARSCHAU — 15. Juli 2008 bis 18. Juli 2008
International East European Conference in der Stary BUW der Universität Warschau über Fundacja Osrodka KARTA, Krakowskie Przedmiescie 26/28, Warszawa

WARSCHAU — 13. Dezember 2007 bis 30. April 2008
Stowarzyszenie Wolnego Slowa, Ul. Marszalkowska 7, 00-560 Warszawa FOTOS, ZDJECIA Warschau

WARSCHAU — 13. Dezember 2007
Feierliche Eröffnung im Kulturpalast zur Konferenz "Od wolnego Slowa do Wolnosci - Vom freien Wort zur Freiheit" der Stowarzyszenie Wolnego Slowa, Ul. Marszalkowska 7, 00-560 Warszawa


Vernissage Berlin
Wernisaz w Berlinie

Vernissage Warschau
Wernisaz w Warszawie


- GANZ NORMALE HELDEN –
Einzelschicksale inhaftierter Oppositioneller in der DDR und der Volksrepublik Polen zu Zeiten des Kalten Krieges


So lautet der deutsche Titel unseres aktuellen deutsch-polnischen Jugendprojekts.

"Welche Männer und Frauen haben sich trotz Krieg und Diktaturen mutig für Menschlichkeit und Versöhnung, für den Frieden und die Wahrung von Menschenrechten eingesetzt?"

Mit diesem Thema des Förderprogramms Europeans for Peace der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ beschäftigten sich 42 junge Menschen aus Berlin und Warschau seit Juni 2007.

Sie arbeiteten in vier Arbeitsgruppen: Technik und Creativity (Produkt: Film über die Zeitzeugeninterviews), Zeitzeugen (Produkt: intensiver Kontakt zu den Zeitzeugen, Betreuung dieser und Durchführung der Interviews), PR (Produkt: Ausstellungsflyer und Pressetexte) sowie Evaluation/Dokumentation (Produkt: Evaluationsergebnisse der Projektarbeit und Dokumentation des Projekts).

Hier ein Beispiel aus den Ergebnissen der PR-AG:

DDR und VR Polen – Zwei Länder, zwei Kulturen, eine Geschichte

DIE GESCHICHTE DER DDR UND DER VOLKSREPUBLIK POLEN – AUS DER SICHT JUNGER MENSCHEN

Wir, Jugendliche aus Polen und Deutschland, gestalteten das Projekt „Ganz normale Helden“, das sich mit der Geschichte der DDR und der Volksrepublik Polen zu Zeiten des Kalten Krieges beschäftigte.

Wir interviewten Oppositionelle dieser Zeit und erfuhren von ihrem Leben, ihrer Verhaftung, ihrer Haftzeit und ihrer politischen Tätigkeit. Das alles hat uns tiefe Einblicke gewährt und uns zum Nachdenken angeregt.

Die Hauptziele des Projekts waren die Gestaltung einer Ausstellung, die deutsch-polnische Zusammenarbeit und eine Heranführung an die Geschichte durch Zeitzeugen. Wir möchten unsere Erfahrungen und Erlebnisse mit anderen Jugendlichen teilen und sie für dieses Thema sensibilisieren sowie ihnen dieses Wissen auf eine interessante und ungewöhnliche Weise vermitteln.
Auf der Ausstellung werden wir Dokumente und persönliche Gegenstände der Zeitzeugen zusammen mit einen Film über die Interviews mit ihnen präsentieren.


Dieses außerschulische Geschichtsprojekt zur Völkerverständigung wird von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ im Rahmen des Förderprogramms "Europeans for Peace" gefördert.

Weitere Förderer sind das Deutsch-Polnische Jugendwerk, Aktion Mensch, das Auswärtige Amt, die Bürgermeister-Reuter-Stiftung und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.


Die Koordination, Organisation, Evaluation, Kostenkalkulation und -abrechnung und Planung übernimmt der Kannste auch! e.V.
Projektleitung: Susanne Sekula


Natürlich aber waren wir auch während der Begegnungen und der Präsentationen vor Ort!

Unser offizieller polnischer Partner ist die Stiftung des Zentrums KARTA in Warschau.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Ausstellungslfyer sowie unserem Projektflyer


Wer dieses interessante, wichtige aber leider auch recht kostspielige Projekt mit einer Spende unterstützen möchte, der klicke bitte hier

Unsere Partner sind:

* in Berlin die Gabriele-von Bülow-Oberschule mit Teilnehmern eines Politik-Leistungskurses
* in Warschau das Liceum im. Stanislawa Maczka mit Teilnehmern der Klasse II E
* das Österreich Institut Polska
* der Verein Stowarzyszenie Wolnego Slowa
* Die Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen



Infos zum Wettbewerb

Stiftung des Zentrums KARTA

Verein Stowarzyszenie Wolnego Slowa SWS

ÖI Warszawa

Gabriele-von-Bülow-Oberschule

Maczek Lyzeum

Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Schloss Trebnitz

Deutsch-Polnisches Jugendwerk

Aktion Mensch

Bürgermeister-Reuter-Stiftung

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Centrum Szkoleniowo Konferenzyjne

AUSZUG AUS DEM PROJEKTANTRAG

Frieden für Europa – Europa für den Frieden
Ein internationaler Schul- und Jugendwettbewerb des Fonds „Erinnerung und Zukunft“


Projektantrag (01_07)

Titel des Projekts:

Ganz normale Helden – Einzelschicksale inhaftierter Oppositioneller in der DDR und der Volksrepublik Polen in Zeiten des Kalten Krieges
Ca?kiem zwykli bohaterowie – losy uwi?zionych opozycjonistów w NRD i PRL
w czasach Zimnej Wojny


2. Projektbeschreibung

2.1 Bitte stellen Sie auf 1-2 Seiten dar, mit welchen Personen, Hintergründen und Fragestellungen sich die Partnergruppen während der Begegnung(en) beschäftigen wollen.

Menschen, die sich im Namen von Menschlichkeit und Versöhnung offen für Frieden und Menschenrechte einsetzten und sich so gegen den Staat und das Regime der DDR sowie der Volksrepublik Polen wandten, wurden oft unter schrecklichen Bedingungen eingesperrt und wochen-, monate- und mitunter jahrelang festgehalten.

Wir möchten uns im Rahmen dieses Projekts mit Menschen auseinandersetzen, die trotz der politischen Umstände in der DDR sowie der Volksrepublik Polen und der Gefahren, die sich daraus für sie persönlich ergaben nicht gezögert haben, sich aktiv für Menschenrechte einzusetzen, und die als Folge hiervon inhaftiert wurden.

Dazu führen wir gemeinsam Zeitzeugeninterviews mit Personen durch, die damals in Hohenschönhausen, in Warszawa-Bia?o??ka und in der Rakowiecka-Straße in Warschau inhaftiert waren.
Wir, das sind deutsche und polnische Jugendliche aus Berlin und Warschau.

Unser Hauptkriterium zur Auswahl der Zeitzeugen ist die Tatsache, dass die Befragten sich nicht nur für die eigene Freiheit, sondern vorrangig für die der Gesellschaft und der anderer Menschen eingesetzt haben.

Der Kontakt zu den Zeitzeugen wird in Berlin vor allem über die Gedenkstätte Hohenschönhausen aufgenommen. Unsere Berliner Kooperationspartnerin hat bereits sehr gute Kontakte zur Gedenkstätte Hohenschönhausen sowie zur Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Sie kennt zudem drei der Zeitzeugen persönlich.
In Berlin/Trebnitz sind Interviews mit folgenden Personen geplant:

Hartmut Richter (schmuggelte 33 Menschen in seinem Auto aus der DDR heraus),
Mario Rölling (weigerte sich, als Spitzel zu fungieren), Gilbert Furian (brachte eine Punk-Broschüre heraus) und Herbert Pfaff (verhalf 46 DDR-Bürgern zur Flucht).

In Warschau werden ebenfalls 4 Zeitzeugen interviewt. Der Kontakt zu den Zeitzeugen wird über den Verein Fundacja O?rodka KARTA - Dom Spotka? z Histori? aufgenommen. Piotr Filipowski, Mitarbeiter der Fundacja O?rodka KARTA im Dom Spotka? z Histori? beim Programm "Historia mówiona", nimmt für uns den Kontakt auf und wird uns schnellstmöglich die Namen der vier ausgewählten Zeitzeugen mitteilen. Weiterhin können wir mit der Hilfe der Fundacja O?rodka KARTA vor Ort während der Zeitzeugeninterviews rechnen.

Die Biographie, der soziale, gesellschaftliche und politische Hintergrund dieser "ganz normalen Helden" soll erforscht werden und in Bezug gesetzt zu den damaligen Umständen.

Die Jugendlichen erfahren und vergleichen die deutschen und polnischen Schicksale im Gespräch, in Auseinandersetzung mit den Interviews und innerhalb der gemeinsamen Aufarbeitung des Geschehenen.

Denkbar für die Ausstellung ist eine Ausweitung der Zeitzeugeninterviews in Form von Recherche der sozialen und gesellschaftlichen Umgebung dieser Menschen.
Hintergrundmaterialien (Requisiten) wie Fotos, Briefe, Tagebücher, Tonbandaufnahmen, Filme etc. im Hinblick auf Verwandte, Freunde und Bekannte der ehemalig Inhaftierten, auf ihre Anwälte, damals aktive Menschenrechtsorganisationen, Fluchthelfer, Gefängniswärter, Journalisten, Historiker und Politiker, die an Freikäufen von Inhaftierten beteiligt waren können gesucht, gesammelt und für die Präsentation zur Illustration der Hintergründe aufbereitet werden.

Zur Einfindung in die Lebenswelt der anderen sowie ins Thema werden zu Beginn der Begegnung Exkursionen in Berlin und Warschau zu den gedenkwürdigen Orten und Bauten stattfinden. Es wird gemeinsam der Frage nachgegangen, wer hier wem wie gedenkt und/oder was der Ort zu bedeuten hat.

Die Hintergründe und Fragestellungen, mit denen die Partnergruppen sich im Rahmen des gesamten Projekts beschäftigen werden sind vielfältig und auf zwei verschiedenen Ebenen zu betrachten:

Hintergründe, mit denen sich die Teilnehmer vor und nach den Zeugeninterviews beschäftigen sind insbesondere:

• Unter welchen Umständen lebten die Menschen, insbesondere die jungen Menschen im Kommunismus?
• Was war gut, was schlecht?
• Was bewegt einen Menschen dazu, sein Leben für die Freiheit, Menschenrechte und für das Leben anderer aufs Spiel zu setzen?
• Was kann jeder Einzelne dazu beitragen, ein menschenwürdiges und persönlichkeitsentfaltendes Leben für sich und auch für Andere zu schaffen?
• Wie kann jeder einzelne an seinem Umfeld, an gesellschaftlichen und politischen Belangen aktiv teilhaben und sich engagieren für ein friedvolles Miteinander in Europa?

Während der Begegnungen und der Zeitzeugeninterviews geht es insbesondere um die Fragen:

• Welche genauen biographischen Informationen weisen die Zeitzeugen auf?
• Wie war ihr familiärer Hintergrund (in Bezug auf politische Gesinnung, Religion, Ausbildung, Berufstätigkeit, etc.) ?
• Wie sah die oppositionelle Tätigkeit aus? Waren sie in einer Gruppe organisiert oder gingen sie allein vor?
• Erfolgte ihre „staatsfeindliche“ Tätigkeit aus politischen Motiven heraus oder war es ein eher spontaner Akt der moralischen Entrüstung?
• Wie schätzen sie den Erfolg ihrer oppositionellen Tätigkeit ein?
• Wie lange waren sie aktiv bis zur Verhaftung?
• Warum und wann erfolgte die Verhaftung und wie ging sie vor sich?
• Beschreibung der Zeit in der Haftanstalt
• Was genau ist geschehen in der Zeit, in der sie festgenommen wurden?
• Was haben sie gefühlt (vor, während, nach der Inhaftierung)?
• Wie war das Leben in der Haftanstalt?
• Wie sah der Alltag dort aus?
• Wie lief der Kontakt zu anderen Mithäftlingen ab?
• Die Zeit nach der Entlassung: Wie hat sich die Haft auf ihre konkrete Lebenssituation (Arbeit, Familie, etc.) ausgewirkt? Wie auf die Psyche?
• Was denken sie über dieses Projekt und darüber, dass sich junge Menschen in aktiver Projektarbeit damit beschäftigen?

2.2 Wie ist die Projektidee entstanden? Warum wurde gerade dieses Thema ausgewählt?
Die Projektidee ist innerhalb der thematischen Vorbereitung auf den Wettbewerb „Frieden für Europa – Europa für den Frieden“ entstanden. Wir wollten ein Thema aufgreifen, das unserer Meinung nach noch nicht genügend Öffentlichkeit hat:
Das gefährliche Leben im Kommunismus, in der DDR wie in der Volksrepublik Polen, für Menschen, die sich für Freiheit und Menschenrechte einsetzten.

Wer in Berlin lebt, der trifft ständig um sich herum Menschen, die selbst oder deren Eltern Bürger der DDR waren. Ihre Geschichte wird kaum oder gar nicht aufgegriffen (beispielsweise ist DDR-Geschichte noch immer nicht elementarer Bestandteil des Geschichtsunterrichts in den Schulen).
Nur nebenbei hört man von Bekannten Erzählungen über Flucht, Stasihaft etc.
Ähnlich verhält es sich in Polen.

Dieses Thema aufzugreifen, vergleichend zwischen polnischen und deutschen Jugendlichen zu thematisieren und zu bearbeiten und innerhalb der Projektpräsentation einer breiten Öffentlichkeit als Diskussionsanlass anzubieten schien uns zeitgemäß und für junge Menschen realitätsnah und interessant.
Zivilcourage - Etwas für andere zu wagen, seinen Idealen treu zu bleiben und sich trotz Repressalien aktiv und nachhaltig für sie einzusetzen, nicht aufzugeben - das sind Werte, die für unsere Gesellschaft essentiell sind, die niemals in Vergessenheit geraten dürfen. Die Beschäftigung mit Oppositionellen aus der Zeit des Kommunismus bietet die Möglichkeit, solche Problematiken zu thematisieren und junge Menschen für sie zu sensibilisieren.


2.3 Welche Arbeitsformen/ welche Methoden sind für die Umsetzung geplant?
Generell wird sowohl einzeln als auch in Gruppen gearbeitet. Die Betreuer halten sich im Hintergrund und stehen lediglich beratend zur Seite. Ergebnisse werden im Plenum besprochen. Die Vorbereitungen auf die einzelnen Aufgabenfelder der Projektarbeit finden ebenfalls im Plenum statt. Eine regelmäßige Selbstevaluation ist geplant. Außerhalb der Treffen werden die Ergebnisse per E-Mail oder Skype zwischen D und PL ausgetauscht, diskutiert und aufeinander abgestimmt. Innerhalb des Geschichts- und Deutschunterrichts und / oder der AG werden projektbezogene Themen vorgestellt, vertieft und weitere Vorgehensweisen abgesprochen.

Gearbeitet wird dann meist in bis zu 6 Arbeitsgruppen, die jedoch nicht statisch festgelegt sind, sondern prozessorientiert variieren können:
1) Interviewer 2) Techniker 3) Künstler 4) PR-Verantwortliche 5) Evaluationsbeauftragte (Beobachter, Dokumentator) 6) Übersetzer/Sprachmittler

Chronologisch ergibt sich folgende Gliederung:

1.: Getrennte inhaltliche Vorbereitung in Absprache über Mails/Skype:
Vorbereitung auf das Thema Biographie, Geschichte, Kommunismus, Widerstand etc.
in Form von
- Einzelrecherche zu Haus (Interviews mit Verwandten, Freunden, Nachbarn, Durchsuchen von alten Zeitungen, Fotoalben, Tagebüchern etc.)
- themenrelevanten Filmen (z. B. Das Leben der Anderen, Strajk), Liedern, Exkursionen zur Vertiefung des Themas, Inhalten und Materialien von Internetseiten (z. B. www.jugendopposition.de und www.polskaludowa.com)
- Kleingruppenarbeit: Ergebnisvergleiche, Recherchen im Internet, Interviews entwickeln (Was will ich wissen? Was sind offene Fragen? Wie gehe ich sensibel mit Zeitzeugen um?)
- Erstellen von Exkursionsrouten zu gedenkwürdigen Orten für den ersten Aktions-Tag in Kleingruppen
- Präsentation der Gruppenergebnisse
- Kontaktaufnahme mit den Zeitzeugen

2.: Vorbereitungstreffen in Berlin:
siehe hierzu Punkt 4.1 unter Vorbereitungstreffen 08.06.2007 - 10.06.2007 in Berlin

3.: In Absprache getrennte Weiterführung der Vorbereitung:
- örtlich getrennte aber in Absprache mit beiden Gruppen vorgenommene weitere Vorbereitung auf die Begegnung - Ausgangspunkt sind die im Vorbereitungstreffen fixierten Ziele, Methoden und Fragen
- Erarbeitung bzw. Sammlung von passenden Materialien, Fotos, Bildern, Requisiten etc.
- Organisation und Planung der technischen Voraussetzungen für die Interviews,
- evtl. noch Organisation und Planung der Ausstellung und der dafür benötigten Materialien

4.: Die zwei Begegnungen
siehe hierzu Punkt 4.1 unter Projektarbeit und Begegnung der Projektgruppen – 1. Begegnung und 2. Begegnung
- der Ablauf der Begegnungen wird etwa identisch sein, damit ein Vergleich der Prozesse und Ergebnisse gewährleistet werden kann
- während der ersten Begegnung werden themenspezifische Workshops angeboten, um die Teilnehmer mit den nötigen Methoden und Techniken vertraut zu machen (für die Workshops konnten bereits die jeweiligen Fachleute gewonnen werden, so dass eine Qualifizierung auf dem Gebiet stattfinden kann)
- die Unterbringung der Gruppen erfolgt an einem gemeinsamen Ort, damit eine interkulturelle Gruppendynamik entstehen und intensiviert werden kann

5.: In Absprache getrennte abschließende Vorbereitung:
- auf die Präsentation inkl. restlicher Transkription, bzw. Übersetzung/Untertitel und der Hintergrundmaterialien (beide Gruppen müssen zur ersten Präsentation fertig sein, weil sie gemeinsam ausgestellt wird)
- Kommunikation weiterhin per Skype/E-Mail

6. Präsentation:
siehe hierzu Punkt 4.1 unter Projektpräsentation 1 und 2
- zwei gemeinsam erstellte, identische Ausstellungen (mit Filmpräsentation zur Illustration)
- im jeweiligen Land organisieren und kümmern sich die Gastgeber um die Realisierung und Werbung (Presse, Flyer, Plakate etc.), die andere Gruppe ist als Zuschauer und Gast (und natürlich mitgewirkt-Habender) dabei
- nach ein/zwei Wochen soll eine Wanderausstellung beginnen, um eine möglichst große Öffentlichkeit zu erreichen

7.: Wünschenswert:
- wäre in diesem Zusammenhang auch ein deutsch-polnisch-englischer Ausstellungskatalog und die Erstellung einer Internetseite zu dem gesamten Projekt
- die Realisierung dieser Wünsche hängt maßgeblich vom Kosten- und Zeitpotential des Ausstellungskatalogs ab und kann zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht entschieden werden

2.4 Welches Produkt soll das Projekt zum Ergebnis haben?
- Präsentation in Form zweier gemeinsam erstellter, identischer Ausstellungen (mit Filmpräsentation zur Illustration), ausführliche Dokumentation des Projektes (The Making of…in Form von Fotos, Filmen und den Evaluationen)
- evtl. Wanderausstellung, dreisprachiger Ausstellungskatalog, Internetseite

2.5 Wie sind die Jugendlichen in die Vorbereitung, Planung und Durchführung des Projektes eingebunden?- siehe hierzu Punkt 2.3: selbständige Recherche, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung2.6 In welcher Form werden Zeitzeugen in das Projekt eingebunden?
Die Zeitzeugen werden von den Jugendlichen kontaktiert, über das Projekt informiert und gefragt, ob sie mitmachen möchten. Bei positiver Antwort findet möglichst ein individuelles Kennenlern- und Vorbereitungstreffen mit den Zeitzeugen statt. Während der Begegnungen werden die Interviews durchgeführt. Die Interviews in Deutschland werden in den Räumen des Schlosses Trebnitz stattfinden, da die Zeitzeugen keine so weite Anreise haben und die Jugendlichen so die Möglichkeit bekommen, die Technik und Räume etc. vorzubereiten um eine auch technisch optimale Umsetzung der Interviews zu gewährleisten. Zudem hat das Schloss Trebnitz eine sehr friedliche, schöne Atmosphäre, was sich sicher auf alle Beteiligten positiv auswirkt.

In Warschau werden aus denselben technischen Gründen die Interviews voraussichtlich in den Räumen des Österreich Institutes stattfinden.
Angedacht ist dann ein gemeinsames Kaffeetrinken mit den Teilnehmern während der Interviewtage, um ggf. ein Kennenlernen zu ermöglichen und den Austausch untereinander anzuregen.
Zu den Präsentationen werden die Zeitzeugen ebenfalls eingeladen, je nach Förderung mindestens im Inland.
2.7 In welcher Form soll das Projektergebnis der Öffentlichkeit präsentiert oder zugänglich gemacht werden?
Das Projektergebnis soll einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Ausstellung wird sowohl bei Schülergruppen als auch bei einem breit gestreuten Erwachsenenpublikum beworben werden.
Dies wird in erster Linie durch eine Präsentation in Form zweier gemeinsam erstellter, identischer Ausstellungen (mit Filmpräsentation zur Illustration) geschehen.
Ab Mitte Dezember 2007 wird es also sowohl in Berlin als auch in Warschau zeitgleich ein und dieselbe Ausstellung zu sehen geben, worin wir einen besonderen Reiz des Projektes und der Publikumswirksamkeit sehen.


Als Ausstellunksorte für die Vernissagen sind zunächst angedacht:
• In Warschau das Österreichische Kulturforum, weil seine zentrale Lage und seine Adresse (Ul. Pró?na, wo die letzten Häuser des Warschauer Ghettos stehen) ein hohes Publikumsaufkommen verspricht.
• In Berlin die Gabriele-von-Bülow-Oberschule, weil ihr als europäische Begegnungsschule mit Polen eine herausragende öffentliche Bedeutung zukommt und viele der Teilnehmer auf dieser Schule lernen.

Nach 1-2 Wochen soll die Ausstellung dann jeweils „wandern“, die Akquise bekannter und interessierter Galerien und Ausstellungsorte läuft bereits, wird in der Vorbereitungszeit bis Juni 2007 intensiviert und möglichst bis zur ersten Begegnung abgeschlossen sein.

Sollten die Räume der Gedenkstätte Hohenschönhausen zur Verfügung stehen, würden wir diesen Ort als letzte Station bis zur Finnissage anstreben. Mit Sachsenhausen und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand sind wir ebenfalls im Gespräch.

In Warschau sucht man ebenfalls bereits nach weiteren passenden Austellungsorten.

Angedacht ist darüber hinaus ein dreisprachiger Ausstellungskatalog, der gegen ein kleines Entgelt auf den Ausstellungen erworben sowie per Internet über die jeweiligen Projektpartnerseiten bestellt werden kann.

Eine ausführliche Dokumentation des Projektes (The Making of…in Form von Fotos, Filmen und den Evaluationen) ist bereits durch den Aufbau der Projektarbeit innerhalb der Arbeitsgruppen gewährleistet und soll zumindest auf den Internetseiten der Projektpartner veröffentlicht werden.

Das Erstellen einer eigenen, nur für das Projekt eingerichteten Internetseite ist ebenfalls zu überlegen.

Durch den Workshop “Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und PR” innerhalb der ersten Begegnung wird eine spezielle Gruppe von Teilnehmern (die als Multiplikator fungieren) dahingehend qualifiziert, wie man möglichst viele interessierte, aber auch interessante Personen für die Ausstellung und den Ausstellungskatalog gewinnen kann und wie die Presse- und Werbearbeit konkret realisierbar ist.
Die Werbung wird – neben der wichtigen Mundpropaganda - mit den üblichen Mitteln (Plakate, Flyer, Inserate) an gezielt ausgewählte Schulen und Institutionen, aber auch gestreut über das Internet und über Mailinglisten geschehen.


Projektziele3.1 Welche inhaltlichen Ziele möchten die Projektteilnehmer erreichen?
übergeordnet:- Bewusstsein für die eigene Biographie und Geschichte sowie für die der anderen Gruppe stärken – Geschichte greifbar machen
- Völkerverständigung, interkulturelles Lernen
- Interesse an gesellschaftlichem und politischem Geschehen wecken und aktive Beteiligung sowie Zivilcourage fördern
- öffentlichen Diskurs über Deutschland und Polen damals und heute anregen sowie für europaweite politische Zusammenhänge sensibilisieren

konkret:
- Gleichaltrige aus einem anderen Land kennenlernen
- gemeinsames Arbeiten an beiden geschichtlichen Kontexten
- gemeinsames Ergebnis (Ausstellung) produzieren
- Verantwortung übernehmen für den Erfolg des Projekts
- internationale Projektarbeit erleben
- Fremdsprachen praktizieren (Kultur- und Sprachaustausch)
- das Leben und die Gefühle der Zeitzeugen kennen- und verstehen lernen
- generationsübergreifend arbeiten
- Arbeiten in einem binationalen Team
- Oral-History, Evaluation, Interviews, etc. als Methode lernen
- geschichtliche Themen (Diktatur, Demokratie, Widerstand) lernen
- Broschüren erstellen, Layouten
- kreative Auseinandersetzung mit den Interviews lernen
- Öffentlichkeitsarbeit / Werbung / PR lernen
- Transkription / Übersetzung machen
- Präsentationstechniken lernen und anwenden




3.2.Welchen Nutzen hat das Projekt für die Schule/ Institution?
- Öffentlichkeit, Werbung
- Aktive Auseinandersetzung mit Geschichte und Politik
- Erhöhung der Motivation und des Lerneffekts
- Förderung der innerschulischen Zusammenarbeit von Schülern verschiedener Herkunftsländer
- Öffnung der Schule
- Anregung von Folgeprojekten
- Nachahmungscharakter für andere Schulen/Institutionen
3.3 Welche gesellschaftliche Bedeutung hat das Projekt?
- Völkerverständigung- Anregung des öffentlichen Diskurses über Deutschland und Polen, Parallelen und Unterschiede, Thema Menschlichkeit
- kultureller und geschichtlicher Austausch - Anregung von Zivilcourage und aktiver Teilhabe an gesellschaftlichen und politischen Prozessen
3.4 Welche Folgewirkungen können erwartet werden?- Horizonterweiterung, Sensibilisierung
- Interessensentwicklung für geschichtliche und politische Belange
- Steigerung der Offenheit
- interkulturelle Kompetenz
- evtl. anhaltende Partnerschaft der Projektteilnehmer mit Folgeprojekten
- mehr Wissen und Verständnis gegenüber geschichtlich relevanten Personen und Umständen
- Mut und Zivilcourage
- aktive Beteiligung am eigenen Umfeld3.5 Wie wird die Erreichung dieser Ziele überprüft? Welche Kriterien wurden festgelegt, um den Erfolg des Projekts zu bewerten?
Dieses Projekt ist sowohl prozess- als auch ergebnisorientiert. Daher bietet es sich an, schon während der Vorbereitungsphase und auch während und nach der Begegnung in regelmäßigen Abständen kleinere (täglich) und größere (jeden dritten Tag) Evaluationseinheiten einzuschieben, um den Teilnehmern und auch Betreuern bewusst zu machen, wo sie gerade stehen, wie es ihnen geht und ob sie etwas (und wenn ja was) ändern müssen, um das Ziel zu erreichen.

Bereits am Anfang der Begegnung ist es wichtig zu erfahren, welches Ziel die Partner anstreben und mit welchen Mitteln sie diese erreichen möchten.
Das Ziel muss nicht bei allen dasselbe sein – solange die Ziele der Einzelnen sich nicht widersprechen, kann ein gemeinsamer Konsens gefunden werden.

Während des Projekts:
- in regelmäßigen Abständen Vergleich des Ist-Zustands mit dem Sollzustand in Bezug auf die Interviews und die Ausstellung (vgl. Punkt 2.3) sowie in Bezug auf das Team (eventuelle Hilfestellung der Betreuer)
- selbständiges Erarbeiten der Evaluationsergebnisse durch die Gruppe, regelmäßige Reflexion in Form von Teamsitzungen (mit Hilfe von Methoden wie Messlatte, Fadenkreuz, Kraftfeldanalyse etc.)
- Feedback innerhalb der Gruppen oder durch die jeweils andere Gruppe (z. B. dahingehend, ob die nötigen Vorbereitungen in Absprache mit dem anderen Land fristgerecht getroffen wurden, ob eigene Ideen entwickelt wurden, die einen empathischen Umgang mit den Zeitzeugen erkennen lassen, etc.)
- Evaluationsbögen zum eigenen Stimmungsbild, zum Betreuer und für die andere Gruppe jeweils mindestens am Ende eines Vorbereitungsabschnittes, während der Begegnung, am Ende der Begegnung und am Ende der gesamten Präsentation